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Die Macht der Worte

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In einer aktuellen Studie der University of Arizona in Tucson, USA wurde ermittelt, dass jeder Mensch durchschnittlich ca. 16.000 Wörter am Tag ausspricht.
Das sind in der Woche über 100.000 Wörter. Im Monat etwa eine halbe Million und im Verlauf eines Jahres knapp 6 Millionen Wörter!worter scrabble pb 300
Ein Mensch, der 80 Jahre alt wird, hat bis zum Lebensende fast 500 Millionen Wörter gesprochen.

Die allermeisten der Tausenden von Wörtern, die wir jeden Tag benutzen, werden völlig achtlos ausgesprochen. Trotzdem haben auch diese Wörter und Formulierungen eine direkte Wirkung auf unsere Stimmung und unser Selbstbewusstsein.

Oft hängt es direkt mit den verwendeten Formulierungen zusammen, ob wir eine Situation als negativ, bedrohlich und überfordernd oder als neutral und als machbare Herausforderung empfinden.
Das heißt, dass wir die gleiche Situation ganz unterschiedlich empfinden können, je nachdem, welche Wörter wir verwenden, um sie zu beschreiben. Das Gleiche gilt natürlich auch für unsere Gedanken, von denen jeden Tag Hunderttausende durch unser Gehirn flitzen.

Da ein großer Teil unserer Gedanken ebenfalls in Form von Wörtern und Sätzen im Gehirn formuliert wird, hat die Wahl der verwendeten Wörter auch auf unser Denken einen ganz erheblichen Einfluss.


Verkäufer wissen das schon lange

Menschen, deren Job es ist, andere von etwas zu überzeugen, beherrschen die Klaviatur der Sprache perfekt. Sie wissen schon lange, dass die Verwendung bestimmter Wörter beim Kunden oder potenziellen Käufer ganz bestimmte Assoziationen und Gefühle weckt.

Hier ein Ausschnitt aus einer Anleitung für erfolgreiches Telefonieren:

Liste positiver Formulierungen (aus "Erfolgreich am Telefon", Lutz van Hanken, 2010):

"Ein und dieselbe Sache lässt sich immer aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Genau wie für den Pessimisten das sprichwörtliche Glas halb leer und für den Optimisten dasselbe Glas halb voll ist, können auch Sie beim Umgang mit Kunden, in einer Diskussion, in einem Text oder in einer Rede Sachverhalte so formulieren, dass beim Zuhörer ein positiver Eindruck entsteht. Oft sind es gerade diese feinen Unterschiede, die ein Gespräch zum Erfolg werden lassen.

Versuchen Sie also wo immer möglich, solche Formulierungen zu finden, die bei Ihrem Gesprächspartner einen positiven Eindruck hinterlassen. Hier eine Liste mit positiven Formulierungen und Wörtern.

- Das Paket kann heute nicht mehr versendet werden.
+ Ich werde sofort veranlassen, dass das Paket schnellstmöglich an Sie versendet wird

- Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass …
+ Ich möchte Ihnen erklären, warum …

- Das ist nun wirklich nicht unsere Aufgabe
+ Wussten Sie schon, dass Sie das unkompliziert und schnell auch selbst veranlassen können?

- Darüber weiß ich leider nicht Bescheid.
+ Ich werde mich sofort darum kümmern und rufe Sie in 30 Minuten zurück.

- Das ist ja wohl nicht so schlimm.
+ Das tut mir sehr leid. Wir werden bestimmt eine Lösung finden.

- Herr X ist heute nicht erreichbar.
+ Herr X besucht heute einen Kunden, darf ich Ihnen schon weiterhelfen?

- Ich kann Ihnen darauf keinen Rabatt einräumen.
+ Wir räumen bei allen Bestellungen ab 2000 Euro einen Rabatt von 5 Prozent ein.

- Das stimmt nicht.
+ Ja, aber bedenken Sie auch …

- Das kann ich Ihnen beweisen.
+ Überzeugen Sie sich selbst.

- Da haben Sie mich falsch verstanden.
+ Da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt.

- Das kostet XY Euro.
+ Sie bekommen das schon für XY Euro.


Nutzen Sie positive Formulierungen, um sich besser und selbstbewusster zu fühlen:

  • Ich freue mich auf ...
  • Ich freue mich über …
  • Ich darf …
  • Ich genieße es …
  • Ich bin dankbar für …

Ersetzen Sie negative und beschränkende Formulierungen durch positive oder neutralere:

Ich kann nicht …

  • Ich kann …
  • Ich versuche es …
  • Vielleicht kann ich es …
  • Ich könnte es …

Das geht nicht …

  • Es könnte funktionieren …
  • Vielleicht geht stattdessen …
  • Ich werde lernen, wie es geht …
  • Ich kann lernen, wie es geht …

Achten Sie auf Sätze oder Gedanken wie:

  • „Ich sollte …“
  • „Man sollte …“
  • „Ich müsste …“
  • „Ich … immer …“
  • „Man muss …“

Verwenden Sie stattdessen Sätze wie:

  • „Ich kann …“
  • „Ich darf …“
  • „Ich bin …“
  • „Ich mache …“
  • „Ja, ich will …“ (Vorsicht in Gegenwart Ihres Partners ;-)

Es geht dabei übrigens nicht darum, dass Sie sich etwas einreden, das gar nicht der Wahrheit entspricht. Obwohl man solche Vorschläge manchmal von Vertretern des sogenannten "Positiven Denkens" zu hören bekommt, kann man davon ausgehen, dass sie bei halbwegs intelligenten Menschen nicht wie gewünscht funktionieren würden.

Es geht vielmehr darum, dass bei der Verwendung von Wörtern und Redewendungen immer auch eine Stimmung mitschwingt, die sich auch auf denjenigen überträgt, der die Wörter benutzt. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass die Verwendung negativ konnotierter Wörter (also solche, bei denen eine negative Bedeutung mitschwingt) dazu führte, dass die Versuchspersonen sich anschließend schlechter fühlten, als vorher.

Man kann also allein durch die Verwendung positiverer Wörter und Sätze dazu beitragen, dass man sich selbst besser fühlt.


Das Verwenden positiver Wörter und Formulierungen hat auch nichts mit Schönfärberei zu tun. Denn auch die Verwendung kritisierender und negativer Sprache beeinflusst die Art und Weise, wie wir die Welt und uns selbst wahrnehmen.
Es gibt keine wirklich neutrale Sprache und keine wirklich neutralen Gedanken. Jedes Wort, das wir sprechen oder denken, färbt unsere Wahrnehmung und unsere Stimmung entweder negativ oder auch positiv ein.

Und wenn wir uns entscheiden müssen, uns entweder besser oder schlechter zu fühlen, fällt die Entscheidung doch wohl ziemlich leicht, oder?

Machen Sie sich das Wissen über die Wirkung Ihrer Sprache zunutze, indem Sie negative und abwertende Wörter und Formulierungen aufspüren und nach und nach durch neutrale oder positivere ersetzen.
Achten Sie auf alles, was Sie sagen oder denken. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Worte dazu führen, dass Sie sich weniger selbstbewusst oder generell schlechter fühlen, formulieren Sie sie neu.

Es braucht seine Zeit, bis man die alten, ungünstigen Sprechgewohnheiten abgelegt hat.
Es lohnt sich aber unbedingt! Jedes Mal, wenn Sie einen aufmunternden oder ermutigenden Satz äußern, profitiert Ihr Selbstbewusstsein davon.

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  • Gast - RobertXL

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    Rated 5 out of 5 stars

    Kleine Worte - große Wirkung. Diese Erfahrung musste ich mir lange erarbeiten, da ich in einer Umgebung aufgewachsen bin, wo alles, was mit Psychologie oder Psychotherapie zu tun hat als "Spinnereien" abgetan wurde. Erst als es mir wirklich schlecht ging, habe ich diesen Schritt gewagt und unter anderem auch gelernt, wie wichtig Gedanken, Wörter und Sprache für meine Gefühle waren. Ich kann nur jedem raten, sich mti diesem Thema zu beschäftigen.

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