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Behandlung in der Psychiatrie

Behandlung - Therapie

Depressive Erkrankungen können erfolgreich behandelt werden. Ärzten und Therapeuten stehen dafür heute eine Vielzahl an wirksamen Medikamenten und Therapieformen zur Verfügung. Trotzdem dauert es in vielen Fällen immer noch viel zu lange, bis ein Patient mit den Symptomen einer Depression professionelle Hilfe erhält. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Das beginnt bereits, bevor ein depressiver Mensch einen Arzt aufsucht. Viele sind unsicher und haben Berührungsängste, wenn es um psychische Erkrankungen gibt. Sie gehen erst zum Arzt, wenn die arzt tablet medizin webSymptome so belastend geworden sind, dass man sie nicht mehr ignorieren kann.

Ein wichtiger Pfeiler bei der Behandlung von Depressionen ist der Einsatz von Medikamenten. Leider gibt es bei den Patienten in Bezug auf die Einnahme von Antidepressiva immer noch viele Vorbehalte. Häufig basieren diese auf Unwissenheit und auf falschen Informationen, die überall im Umlauf sind. Manche Patienten lehnen die Einnahme eines Antidepressivums rundweg ab, weil sie fälschlicherweise glauben, dass dieses sie abhängig macht und ihre Persönlichkeit verändert.

Ein weiteres Problem ist die Überlastung von zugelassenen Psychotherapeuten. Viele Patienten sehen sich mit Wartezeiten von mehreren Monaten für einen Therapieplatz konfrontiert. Auch das für die Patienten nur schwer durchschaubare System von Therapieformen und Therapeuten, mit unterschiedlichsten Berufsbezeichnungen stellt eine Hemmschwelle dar. Ebenso das fehlende Wissen darüber, welche Schritte zu unternehmen sind, um die Bewilligung der Kostenübernahme der Krankenversicherung für eine Psychotherapie zu erhalten.

Im Folgenden finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema Behandlung und Therapie.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch Depressionen: - erkennen - verstehen - überwindenhttp://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=httpwwwzebrab-21&l=as2&o=3&a=3864270464 von Alexander Stern.
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Die erste Anlaufstelle: Der Hausarzt

Wenn Sie den Verdacht haben, unter Depressionen zu leiden, führt der erste Weg in der Regel zum Hausarzt. Er kennt Sie und Ihre bisherige Krankengeschichte und kann abklären, ob arzt stethoskop webeventuell eine körperliche Erkrankung (z. B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse oder eine Virusinfektion) zugrunde liegt. Kann eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden, hängt das weitere Vorgehen vom Schweregrad Ihrer Erkrankung und von der Qualifikation des Arztes ab. Bei leichten depressiven Verstimmungen wird er Sie vielleicht selbst behandeln. Liegt eine schwere Depression vor, wird er Sie in der Regel zu einem Psychiater überweisen. Auch eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten ist möglich, allerdings nicht immer sinnvoll, da dieser Sie zum Beispiel nicht mit notwendigen Medikamenten versorgen kann.

Geben Sie sich nicht damit zufrieden, wenn Ihr Hausarzt nur ein Symptom, wie z. B. Schlafstörungen mit einem Beruhigungs- oder Schlafmittel behandeln will. Das ist bei einer Depression keine brauchbare Lösung, verzögert die Heilung und kann die Symptome sogar noch verschlimmern!

Ach ja, auch wenn es nicht mehr so häufig vorkommt, wie früher: Auf die unsensible Frage „Worum geht es denn?“ der Sprechstundenhilfe, während andere Patienten um einem herumstehen, muss man nicht antworten. Sagen Sie einfach, dass Sie das mit dem Arzt besprechen wollen. Sie müssen das nicht weiter erklären.

Wenn es mit Hausarzt nicht klappt

Viele Hausärzte sind gut über das Thema Depressionen informiert und überweisen die betreffenden Patienten an einen Facharzt. Es gibt aber auch Fälle, in denen Patienten berichten, dass der Hausarzt ihre Problematik nicht erkennt, oder die sich nicht ernst genommen fühlen. Manche Patienten wollen das Thema auch aus anderen Gründen nicht mit ihrem Hausarzt besprechen. Das ist auch gar kein Problem. Sie können jederzeit einen anderen Arzt aufsuchen oder auch direkt zu einem Psychiater gehen. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch Ihren Hausarzt bitten, Ihnen eine Überweisung zu einem Psychiater auszustellen, ohne ihm (dem Hausarzt) ihre Probleme schildern zu müssen. Jeder sensible Hausarzt hat dafür Verständnis.

Der Psychiater

Ein Psychiater ist ein Facharzt für seelische Erkrankungen. Er ist Arzt, hat also ein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen und anschließend eine 5-jährige Facharztausbildung absolviert. Manche – aber nicht alle – Psychiater haben zudem eine Zusatzausbildung für Psychotherapie. Im Gegensatz zu Psychologischen Psychotherapeuten, die in der Regel keine Ärzte sind, kann der Psychiater Medikamente verschreiben und Laboruntersuchungen veranlassen. Ein Neurologe ist übrigens kein Psychiater! Auch wenn es häufig die Doppelqualifikation Neurologe/Psychiater gibt, ist ein Facharzt, der „nur“ Neurologe ist, kein Experte für psychische Erkrankungen. Im Gegensatz zum Psychiater ist ein Neurologe für organische Erkrankungen des Nervensystems, des Rückenmarks und des Gehirns zuständig.

Der Psychologische Psychotherapeut

Theoretisch können Sie auch direkt einen Psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen. Aber auch der Psychotherapeut benötigt einen Bericht eines Arztes (vom Hausarzt oder Psychiater), aus dem hervorgeht, dass keine körperliche Erkrankung für Ihre Symptome verantwortlich ist. Es macht also in jedem Fall mehr Sinn, zuerst den Hausarzt aufzusuchen.
Psychologische Psychotherapeuten sind in der Regel keine Ärzte. Das heißt, ein solcher Therapeut kann selbst keine Medikamente verschreiben oder Laboruntersuchungen veranlassen. Vor Beginn einer Therapie bei einem Psychotherapeuten muss ein Antrag bei Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung gestellt und bewilligt werden.

Kombiärzte

Es gibt eine ganze Reihe von Allgemeinmedizinern, die neben ihrer Tätigkeit als Hausärzte auch eine psychotherapeutische Tätigkeit ausüben. Sie erkennen solche Ärzte an der Bezeichnung „Ärztliche Psychotherapeuten“. Es ist wichtig darauf zu achten, denn nur Ärzte, die eine Zusatzweiterbildung in Psychotherapie oder Psychoanalyse durchlaufen haben, dürfen diese therapeutischen Leistungen auch mit der Krankenkasse abrechnen.

Patienten mit einer bipolaren Störung

Patienten, die unter einer bipolaren Störung leiden, benötigen eine besonders intensive und kompetente Behandlung, die weitaus komplexer sein kann als die Behandlung einer „einfachen“ Depression. Die allermeisten Hausärzte können eine solche Behandlung nicht leisten. Ihnen fehlen das Wissen und die Erfahrung, die für die erfolgreiche Behandlung bipolarer Störungen notwendig sind. Wer weiß oder vermutet, an einer bipolaren Störung zu leiden, sollte immer sofort einen Facharzt (Psychiater) aufsuchen. Optimalerweise einen, der bereits über Erfahrung mit diesem Krankheitsbild verfügt.

 

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Neueste Kommentare

  • Gast - sebastianR

    Die meisten Allgemeinmediziner haben zwar nur wenig Ahnung vom Thema Depressionen, sind aber meist bereit, den Patienten zu einem Spezialisten zu überweisen. Ist das nicht der Fall, einfach direkt zu einem Psychiater gehen. Man braucht dafür auch nicht unbedingt eine Überweisung. Das Wichtigste ist,...
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Im Normalfall werden die Kosten für eine notwendige psychotherapeutische Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Voraussetzungen sind, dass es sich um eine Störung handelt, die in den sogenannten Psychotherapie-Richtlinien aufgeführt ist. Depressionen gehören in jedem Fall dazu. gesundheitskarte krankenversicherung web
Die Richtlinien wurden vom Bundesausschuss der Ärzte, Psychotherapeuten und Krankenkassen entwickelt. In ihnen sind alle Störungen aufgeführt, für deren psychotherapeutische Behandlung die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen. Dazu gehören zum Beispiel:

    • Depressionen
    • Angststörungen
    • Zwangsstörungen
    • Essstörungen

Damit die Kosten für die Behandlung übernommen werden, müssen folgende Anforderungen erfüllt sein:

  1. Ein zugelassener Arzt oder Psychotherapeut muss eine entsprechende Diagnose stellen (Indikation).
  2. Die Behandlung muss sinnvoll erscheinen.
  3. Es muss sich um ein anerkanntes Therapieverfahren handeln, das von den Krankenkassen zu gelassen ist (Richtlinienverfahren). Zur Zeit trifft das auf die folgenden Therapieverfahren zu:Die Therapie muss von einem Psychologischen Psychotherapeuten oder von einem Arzt mit Psychotherapie als Zusatzqualifikation durchgeführt werden.
    • Analytische Psychotherapie
      In der Regel 160 Therapiesitzungen. Maximal 300 Therapiesitzungen. (Einzeltherapie) Nach Bewilligung eines entsprechenden Behandlungsantrags.
    • Tiefenpsychologische Psychotherapie
      In der Regel 50 Therapiesitzungen. Maximal 100 Therapiesitzungen. (Einzeltherapie) Nach Bewilligung eines entsprechenden Behandlungsantrags.
    • Verhaltenstherapie
      In der Regel etwa 45 Therapiesitzungen. Maximal 80 Therapiesitzungen. (Einzeltherapie) Nach Bewilligung eines entsprechenden Behandlungsantrags.

In jedem Fall übernommen werden 5 – 8 sogenannte „probatorische Sitzungen“. Dabei handelt es sich um Testsitzungen, in denen der Patient herausfinden kann, ob der entsprechende Therapeut der richtige für ihn ist.

Ist die psychotherapeutische Behandlung von der Krankenkasse genehmigt, fallen für die gesetzlich Versicherten keine Kosten an. Bringen Sie zur Behandlung einfach Ihre Krankenversicherungskarte mit. Privatversicherte und Beihilfeberechtigte erhalten vom Therapeuten eine Rechnung gemäß der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Der Rechnungsbetrag wird dann – wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind – von der jeweiligen Krankenversicherung erstattet.

Was die Krankenkasse nicht bezahlt:

  1. Nicht zugelassene Therapieverfahren
    Dazu zählen zum Beispiel Gesprächstherapie, Systemische Therapie oder Hypnotherapie.
  2. Coachings
    Darunter versteht man Trainings, bei denen bestimmte Fähigkeiten erlernt werden sollen. Coachings gibt es für viele Bereiche. Diese reichen vom Bewerbungstraining über freies Sprechen bis hin zum Flirt-Coaching.
  3. Beratungen
    Ganz gleich, ob Lebensberatung, Erziehungsberatung, Eheberatung oder Sexualberatung. Diese Kosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen.
  4. Paartherapien
    Die Kosten für die Einbeziehung des Partners in eine Therapie werden nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn sie Teil einer Psychotherapie ist, für die die Kasse die Erstattung zugesichert hat. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn zu einzelnen Sitzungen auch Familienmitglieder hinzugebeten werden.

Beachten Sie bitte, dass auch für zugelassene Verfahren ein Antrag bei Ihrer Krankenversicherung gestellt werden muss. Erst wenn dieser positiv beschieden wurde, kann die eigentliche Therapie beginnen.

Private Krankenversicherung

Für privat versicherte Patienten treffen unter Umständen andere Regelungen zu. Ob und welche psychotherapeutischen Leistungen von der privaten Krankenversicherung übernommen werden, hängt von der Art des abgeschlossenen Versicherungsvertrags ab. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung können private Versicherungen Psychotherapie aus ihren Verträgen ausschließen. Beinhaltet der eigene Vertrag einen solchen Ausschluss, muss der Versicherte die Kosten für die Therapie selbst tragen. Einzelheiten dazu können Sie Ihrer Versicherungspolice entnehmen oder bei Ihrem Versicherer erfragen.

Nicht versicherte Patienten

Wer nicht krankenversichert ist und nachweislich die Kosten für eine notwendige Behandlung nicht selbst tragen kann,sollte Kontakt zum Sozialamt aufnehmen.Nach Bewilligung eines entsprechenden Antrags können die Kosten für eine Therapie übernommen werden.

Kostenlose Alternativen

Für Fälle, in denen eine Kostenübernahme durch eine Krankenversicherung nicht möglich und eine private Abrechnung keine Alternative ist, gibt es zum Beispiel die Psychologischen Beratungsstellen der Caritas oder der Diakonie. Auch die sozialpsychiatrischen Dienste der einzelnen Bundesländer sind eine gute Anlaufstelle, wenn es um Probleme von nicht versicherten Patienten geht. Die entsprechenden Adressen finden Sie hier ...

 

 

 

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Die Entscheidung, eine Psychotherapie zu beginnen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung oder zur Besserung Ihrer Symptome. Allerdings ist vielen Betroffenen nicht klar, welche Schritte zu unternehmen sind, bevor man eine Psychotherapie beginnen kann. Denn anders als bei der Verschreibung von Krankengymnastik oder Massagen ist es nicht damit getan, mit einem Rezept zum nächstbesten Therapeuten zu gehen. Das beginnt schon mit der notwendigen Bewilligung durch die eigene Krankenversicherung. Auch die Suche nach dem richtigen Therapeuten erfordert mehr Aufwand, als einen Blick ins Telefonbuch. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie eine Psychotherapie beantragen und erhalten. arzt stethoskop web

Erste Anlaufstelle: Hausarzt

Obwohl nicht zwingend erforderlich, ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle für die meisten Patienten. Hat man keinen Hausarzt oder hat zum eigenen Hausarzt kein Vertrauen, kann man sich auch direkt an einen psychiatrischen Facharzt (Psychiater) oder an einen Psychologischen Psychotherapeuten wenden. Manche Ärzte haben auch eine Zusatzqualifikation für Psychotherapie erworben und bieten neben ihren „normalen“ ärztlichen Leistungen auch Psychotherapie an. In diesem Fall können Sie eine Psychotherapie auch direkt bei dem behandelnden Arzt beginnen.

Brauche ich eine Überweisung von einem Arzt?

Nein, Sie können auch direkt einen Psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen, ohne eine Überweisung eines Arztes zu haben. In den meisten Fällen wird es aber nicht so sein, dass der Psychotherapeut Ihre erste Anlaufstelle ist. Die meisten Patienten suchen zunächst ihren Hausarzt auf, der dann in vielen Fällen eine Überweisung zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten vornimmt. Aber wie gesagt: Notwendig ist das nicht.

Wartezeiten

Der Bedarf an Psychotherapeuten übersteigt das Angebot bei Weitem. Aus diesem Grund haben fast alle Therapeuten sehr lange Wartelisten. Die Wartezeit für einen ersten Termin kann durchaus mehrere Monate betragen. Leider betrifft das in erster Linie gesetzlich versicherte Patienten. Privatpatienten und Selbstzahler müssen in der Regel weniger lang warten.

Tipp:

Die Wartezeiten in ländlichen Gegenden sind meist länger als in der Großstadt. Insbesondere in Städten, in denen sich Universitäten oder andere Einrichtungen befinden, die Psychotherapeuten ausbilden, gibt es ein deutlich größeres Angebot an Therapeuten. Unter Umständen lohnt es sich deshalb, es dort zu versuchen und die längere Anfahrt in Kauf zu nehmen.

Dringende Fälle

In dringenden Fällen, insbesondere bei Suizidgefahr kann Ihr behandelnder Arzt Ihnen dabei helfen, schnellstmöglich Hilfe zu erhalten. Im Zweifelsfalle nimmt jedes Krankenhaus mit einer psychiatrischen Abteilung einen suizidgefährdeten Patienten jederzeit auf.

Zu welchem Therapeuten soll ich gehen?

Grundsätzlich gilt, dass Patienten die 18 Jahre oder älter sind, einen niedergelassenen Psychotherapeuten mit einer Kassenzulassung aufsuchen sollten. Patienten, die jünger sind, sind bei einem Kinder- und Jugendtherapeuten besser aufgehoben. Alternativ zu niedergelassenen Therapeuten bieten auch viele Ambulanzen psychiatrischer oder psychosomatischer Kliniken, Therapien an. Ebenso die Ambulanzen von Krankenhäusern mit psychiatrischen Abteilungen. Beratungsstellen oder psychologische Beratungsdienste bieten oftmals kostenlose Beratungen an.

Wie finde ich einen Therapeuten?

Unter Umständen kann Ihr Hausarzt oder Psychiater Ihnen einen Therapeuten empfehlen. Insbesondere Psychiater kennen die Therapeuten in der Umgebung in der Regel so gut, dass sie wissen, welcher Therapeut zu Ihnen oder zu Ihrer speziellen Problematik passen könnte. Darüber hinaus haben sowohl die Kassenärztliche Vereinigung als auch die verschiedenen Therapeutenverbände Adresslisten mit Therapeuten. Die entsprechenden Adressen finden Sie im Beitrag "Wichtige Adressen".

Informationen über Therapeuten finden Sie auch im Internet. Sowohl in spezialisierten Internetforen als auch auf sogenannten Bewertungsportalen finden Sie Informationen über bestimmte Therapeuten. Aber Vorsicht: Im Internet wird viel gemeckert und es melden sich vor allem die unzufriedenen Patienten zu Wort. Diese Informationen sind also mit Vorsicht zu genießen.

Beantragung der Kostenübernahme

Die Abrechnung mit der Krankenkasse oder Krankenversicherung läuft im Falle einer Psychotherapie ein wenig anders, als beim normalen Arztbesuch. Die Krankenkasse muss die Therapie genehmigen, damit Sie sicher sein können, dass sie auch die Kosten für die Behandlung übernimmt. Abgesehen von den sogenannten probatorischen Sitzungen (Probesitzungen) sollte man keine Psychotherapie beginnen, ohne dass diese Genehmigung der Krankenkasse vorliegt. Einzige Ausnahme: Wer die Therapie aus eigener Tasche zahlt, benötigt diese Zusage zur Kostenübernahme natürlich nicht.

Was ist, wenn man schon einmal eine Psychotherapie gemacht hat?

Auch wer bereits eine Psychotherapie gemacht hat, kann eine weitere Therapie beantragen. Es gelten im Prinzip die gleichen Voraussetzungen wie beim Beantragen einer ersten Psychotherapie. Je nach Krankenversicherer kann es aber Unterschiede geben, wenn die erste Therapie weniger als zwei Jahre zurückliegt. Möglicherweise muss der Antrag dann gesondert von einem Gutachter geprüft werden. Entsprechende Informationen erhalten sie bei Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung. In der Regel kennt auch der Therapeut, der den Antrag stellt, die entsprechenden Regelungen.

Lesen Sie dazu bitte auch den Beitrag: „Wann und was zahlt die Krankenkasse?

 

 

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  • Gast - Doc

    Tipp: Fast immer muss man auf einen freien Therapieplatz bei einem von der Krankenkasse zugelassenen Psychotherapeuten lange warten. Wer nicht so lange warten will, kann auch einen Therapeuten ohne Krankenkassenzulassung auswählen. Voraussetzung dafür ist eine Genehmigung der Krankenversicherung. Di...
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Auch bei korrekter Einnahme und Abwarten der Wirklatenz eines Antidepressivums kommt es immer wieder vor, dass Patienten darüber klagen, keine oder eine nicht ausreichende Wirkung zu spüren. Das ist natürlich für den Patienten erst einmal enttäuschend. Hatte er doch große Hoffnungen auf das Medikament gesetzt.medikament tabletten weiss hand web

Allerdings ist es gar nicht selten, dass das erste verschriebene Antidepressivum noch nicht die erwünschten Wirkungen zeigt. Man geht davon aus, dass bei etwa der Hälfte der Betroffenen das als erstes verschriebene Mittel noch nicht optimal wirkt. Das ist auch kein Grund zur Beunruhigung. Denn anders als zum Beispiel Kopfschmerztabletten wirken Antidepressiva bei jedem Menschen anders. Das heißt, der behandelnde Arzt muss das Präparat bei Ausbleiben positiver Wirkungen nach einiger Zeit durch ein anderes Medikament ersetzen. Meist wirkt das neue Medikament (das möglicherweise aus einer anderen Wirkstoffgruppe stammt) besser als das zuerst verschriebene. In manchen Fällen muss sogar noch ein drittes Mittel ausprobiert werden, um das optimale Antidepressivum für einen Patienten zu finden.

Das hat auch nichts mit den Fähigkeiten oder dem Wissensstand Ihres Arztes zu tun, sondern ist ein ganz normales und übliches Vorgehen.

Grundsätzlich gibt es fast immer gute Alternativen, wenn ein Medikament nicht wie gewünscht wirkt:

  • Änderung der Dosierung und/oder des Zeitpunkts bzw. der Häufigkeit der Einnahme
  • Ersatz durch ein anderes Medikament
  • Kombination mit einem anderen Medikament

Darüber hinaus gibt es natürlich eine Vielzahl alternativer Behandlungsmethoden von Depressionen:

  • Psychotherapien
  • Achtsamkeits-Therapien
  • Schlafentzug-Therapien
  • Elektro-Krampf-Therapien
  • Transkranielle Magnetstimulation
  • Vagusnerv-Stimulation
  • Sport-Therapien

FAZIT:

Nicht immer zeigt das zuerst verschriebene Antidepressivum schon die gewünschte Wirkung.

Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Es gibt viele alternative Medikamente, die Ihr Arzt Ihnen verschreiben kann. Manchmal müssen zwei oder gar drei verschiedene Antidepressiva ausprobiert werden, um das für einen Patienten passende zu finden. So gut wie alle Antidepressiva brauchen eine Anlaufzeit von mehreren Wochen, bis die Wirkung eintritt.

Neben der Behandlung mit Medikamenten gibt es viele weitere Therapiemethoden, die erfolgreich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden können.

Besprechen Sie das Vorgehen immer mit Ihrem Arzt. Ändern Sie nie eigenmächtig die Dosierung oder die Einnahmehäufigkeit Ihrer Medikamente.

 

 

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Es gibt Hinweise darauf, dass Botox nicht nur gegen Falten, sondern in manchen Fällen auch gegen Depressionen wirkt.

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Schon seit Langem weiß man, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Stimmung und der Mimik eines Menschen gibt. Schon Kinder wissen, dass sich die psychische Befindlichkeit eines Menschen an seinem Gesichtsausdruck ablesen lässt. Meist ist auf einen Blick zu erkennen, ob jemand fröhlich, traurig oder gar verzweifelt ist. Verantwortlich für den Ausdruck der eigenen Stimmung im Gesichtsausdruck sind verschiedene Muskelgruppen,  unter anderem der sogenannte Corrugator-Muskel, der zum Stirnrunzeln benötigt wird.

Ist ein Mensch sehr oft besorgt, ängstlich oder traurig, führt die häufige Anspannung bestimmter Muskelgruppen im Bereich der Augenbrauen und der Stirn zu einer dauerhaften Veränderung der Mimik. Es entstehen Falten, die den Menschen dauerhaft angespannt oder verärgert aussehen lassen, selbst dann, wenn er eigentlich entspannt und zufrieden ist. Typisch sind zum Beispiel sogenannte Glabellafalten, die im Volksmund auch als "Zornesfalten" bekannt sind. Viele Menschen empfinden solche Falten als störend und lassen sich das Nervengift Botulinumtoxin oder kurz Botox in die entsprechenden Muskelgruppen spritzen. Die Muskulatur wird dadurch gelähmt und die Falten verschwinden. Der Effekt hält bis zu einigen Monaten an, dann muss erneut gespritzt werden.

Schon früh bemerkten Forscher, dass eine Botoxbehandlung bei einigen Patienten zu einer spürbaren Stimmungsverbesserung führte. Doch erst systematische Studien konnten belegen, dass dieser Effekt offenbar kein Zufall, sondern eine direkte Folge der Behandlung war. So konnten Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) in der Schweiz den Effekt an einer Gruppe von 30 depressiven Patienten eindeutig belegen. Die Patienten erhielten über einen Zeitraum von 16 Wochen Botoxinjektionen im Stirnbereich. Eine Kontrollgruppe erhielt nur ein Placebo (= unwirksames Scheinmedikament), das statt des Botulinumtoxin gespritzt wurde. Bereits nach zwei Wochen berichteten viele Patienten der Botox-Gruppe, dass sich ihre depressiven Symptome deutlich gebessert hätten. Gegen Ende der Studie waren die depressiven Symptome bei über 60 % der Botox-Gruppe nur noch halb so stark wie zu Beginn der Behandlung.

Warum wirkt Botox gegen Depressionen?

Die aktuelle Forschungslage lässt noch keine endgültige Antwort auf diese Frage zu. Es gibt unterschiedliche Erklärungsansätze, wobei viele Forscher davon ausgehen, dass es einen Feedback-Effekt zwischen der Mimik und der Verarbeitung negativer Gedanken und Gefühle im Gehirn gibt. Ähnlich, wie auch bewusst herbeigeführtes Lächeln die eigene Stimmung verbessern kann, wirkt auch eine entspannte Stirnmuskulatur positiv auf die Stimmung. Negatives wird weniger intensiv wahrgenommen, wenn dem Körper die dazugehörige Mimik fehlt.
Ähnliche Feedback-Effekte kennt man auch in Bezug auf die Körperhaltung. So haben Studien gezeigt, dass sich die eigene Stimmung messbar verbessert, wenn man ein aufrechte Körperhaltung einnimmt. Im Gegensatz dazu führt eine gesicht schön frau nase augen pb klzusammengesunkene Haltung zu einer Verschlechterung der Stimmung oder sorgt dafür, dass negative Stimmungen länger anhalten.
Diese Zusammenhänge sind nicht neu. Bereits im Jahr 1981 erschien im British Journal of Psychiatry ein Artikel, in dem vorgeschlagen wurde, die Aktivität des Corrugator-Muskels als Indikator für den Erfolg bei der Behandlung von Depressionen zu messen. Verschiedene internationale Studien konnten seitdem zeigen, dass dieser Muskel bei depressiven Menschen besonders aktiv und besonders oft angespannt ist.
Ein weiterer Aspekt könnte die Tatsache sein, dass Menschen bei denen zum Beispiel die Glabellafalten besonders stark ausgeprägt sind, auf andere unfreundlich und abweisend wirken können. Fällt dieser Effekt weg, könnten sich die depressiven Menschen möglicherweise auch deshalb besser fühlen, weil andere positiver auf sie reagieren. Das Gleiche gilt noch verstärkt für die Selbstwahrnehmung. Wer beim Blick in den Spiegel einen traurigen oder zornigen Gesichtsausdruck sieht, fühlt sich mit Sicherheit schlechter als jemand, dem ein Lächeln entgegenstrahlt.

Wirkungen werden weiter untersucht

Noch ist es nicht so weit, dass das Spritzen von Botox als Behandlungsverfahren bei Depressionen zugelassen ist. Die bisherigen Studien sind aufgrund der geringen Zahl untersuchter Patienten nicht ausreichend, um einen solchen Schritt zu rechtfertigen. Gleichzeitig hat die Pharmaindustrie ein erhebliches Interesse daran, dass Botulinumtoxin zur Behandlung weiterer Erkrankungen zugelassen wird. Schon aus diesem Grund sind Meldungen wie "Botox hilft bei Depressionen!" immer mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Für die Industrie geht es hierbei um sehr viel Geld. Für die Krankenversicherer wiederum wäre eine Zulassung zur Behandlung von Depressionen erfreulich. Denn auch, wenn der Markt für Botox riesengroß ist, ist die Behandlung des einzelnen Patienten vergleichsweise kostengünstig. Der Preis für eine Behandlung, deren Wirkung etwa 4 Monate anhält, liegt bei etwas über 100 Euro.
Bei all dem darf natürlich auch nicht vergessen werden, dass die Behandlung mit Botulinumtoxin nicht risikolos ist. Eine Behandlung sollte grundsätzlich immer von einem erfahrenen Arzt in einer Arztpraxis vorgenommen werden.

 

Viele weitere Informationen zum Thema Depressionen finden Sie im  Buch Depressionen: - erkennen - verstehen - überwindenhttp://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=httpwwwzebrab-21&l=as2&o=3&a=3864270464 von Alexander Stern.
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Bei der Behandlung von Depressionen spielt eine Gruppe von Medikamenten, die sogenannten Antidepressiva, eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe soll das Ungleichgewicht der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn ausgeglichen werden. Insbesondere für Patienten mit einer schweren Depression sind Antidepressiva ein wichtiges Mittel, um wieder zu einem normalen und erträglichen Leben zurückzufinden. Oftmals wird dadurch erst die Möglichkeit für andere Formen der Therapie (z. B. Psychotherapie) geschaffen. depression medikamente web

Bei Patienten mit einer bipolaren Störung kommen sogenannte Stimmungsstabilisierer („Mood Stabilizer“) und weitere Medikamente zum Einsatz, die das Abgleiten in die nächste depressive oder manische Phase verhindern sollen.

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Medikamente, die vorübergehend bei der Behandlung einer Depression zum Einsatz kommen können. Dazu zählen Medikamente gegen Ängste und Beruhigungsmittel, die jedoch nicht zur Langzeitbehandlung geeignet sind.

Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige über die medikamentöse Behandlung von Depressionen.

Bei der Behandlung von Depressionen gibt es vor allem zwei Therapiemethoden, die bei über 90% der Patienten zum Einsatz kommen.

  1. Die Behandlung mit Medikamenten (insbesondere die Behandlung mit Antidepressiva)
  2. Verschiedene Formen von Psychotherapie

Die besten Behandlungserfolge werden häufig durch eine Kombination beider Methoden erreicht. therapie alternativ web

Daneben gibt es allerdings noch eine ganze Reihe von Therapieverfahren, die weniger bekannt sind und auch deutlich seltener zum Einsatz kommen.

Einige alternative Behandlungsverfahren eignen sich eher für die Behandlung leichter Depressionen oder können als Ergänzung einer laufenden Therapie hilfreich sein.

Andere Verfahren werden eher bei starken Depressionen eingesetzt. Oder sie werden bei Patienten angewendet, bei denen die üblichen Therapieverfahren keine zufriedenstellende Wirkung zeigen.

Zu diesen Verfahren zählt zum Beispiel die Elektrokrampftherapie (EKT), die in sehr schweren Fällen manchmal erstaunlich gute Resultate erzeugt.

In den folgenden Artikeln erfahren Sie alles, was Sie über alternative Behandlungen von Depressionen wissen sollten.

 

 

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