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Wege aus der Grübelfalle

Wege aus der Grübelfalle

Grübeln hat keinerlei Nutzen, drückt die Stimmung und schadet der Gesundheit. Auf diese kurze Formel kann man die Ergebnisse bringen, die Erforschung des Grübelns hervorgebracht hat.junge frau nachdenklich

Trotzdem geraten viele von uns immer wieder ungewollt in einen Zustand, in dem sich bestimmte - meist unerfreuliche - Gedanken wie in einer endlosen Spirale immer wieder wiederholen. Bei vielen tritt das Grübeln verstärkt nachts auf, wenn das Gehirn nicht mit anderen Dingen beschäftigt ist. Andere grübeln auch tagsüber ständig über unangenehme Dinge nach, die die eigene Stimmung beeinträchtigen, Angst machen und dazu führen, dass man sich schlecht fühlt. Ganz gleich, ob sich die Sorgen um eine ungewisse Zukunft, die Angst davor, dass etwas Schlimmes passieren könnte oder um Ärger aus der Vergangenheit drehen. Allen Formen des Grübelns ist gemein, dass sie uns im Sinne einer Problemlösung nicht weiterbringen. Die Gedanken drehen sich im Kreis, oft genährt durch unrealistisch negative Annahmen, Schuldgefühle oder die Unfähigkeit, Ärger über  Dinge oder Menschen loszulassen. Eine ganze Reihe von Studien belegen: Grübeln hat einen wesentlichen Anteil daran, depressive Stimmungen hervorzurufen und ist mitverantwortlich für viele Rückfälle nach einer bereits überstandenen Depression.

Doch was können wir gegen das Grübeln tun? Schließlich überkommt es einen doch so, dass man dagegen völlig machtlos ist, oder?
Bochumer Psychologen schlagen gegen das Grübeln eine Therapie vor, die sich nicht mit den Inhalten des Grübelns auseinandersetzt, sondern die die Aufmerksamkeit der Patienten auf das Grübeln selbst lenkt. Zum Einsatz kommen dabei Techniken, die zum Beispiel in der Zen- oder Achtsamkeits-Meditation schon lange bekannt sind:

  • Achtsame Aufmerksamkeitsverschiebung
    Die Patienten sollen - wenn sie bemerken, dass sie beginnen zu grübeln - ihre Aufmerksamkeit ganz bewusst auf bestimmte Aspekte ihrer Umwelt richten. Das können Geräusche sein (das Rauschen von Blättern oder des Regens) oder Gerüche und andere Elemente der Umwelt.
  • Distanz zu den eigenen Gedanken herstellen
    Die eigenen Gedanken sollen achtsam aus einer gewissen Distanz heraus betrachtet werden. Die Gedanken sollen nicht bewertet, sondern nur beobachtet werden.Gleichzeitig sollen sich die Patienten klarmachen, dass es nur um Gedanken, nicht aber um die Realität handelt. (Ein Fehler den viele [depressive] Menschen machen: sie betrachten ihre negativen Gedanken als Realität, was dazu führt, dass sich die Stimmung weiter verschlechtert).
  • Gedanken vorbei treiben lassen
    Ebenfalls aus der Lehre der Achtsamkeit kommt diese Empfehlung: Die Patienten sollen lernen, ihre Gedanken zu beobachten und sie wie Wolken am Himmel oder Blätter in einem Bach einfach vorbei treiben lassen.
  • Gedanken aufschreiben
    Auch das Aufschreiben der Grübelgedanken kann dabei helfen, diese loszulassen. Dabei ist wichtig, einen festen Zeitrahmen festzulegen, innerhalb dessen die negativen Gedanken notiert werden. Nach etwa 20 - 30 Minuten wird diese Übung beendet und die Grübelgedanken werden zur Seite gelegt.

All diese Ideen sind keineswegs neu und vielen Menschen, die regelmäßig meditieren, schon längst vertraut. Für alle anderen bieten sie einen guten Startpunkt, sich mit dem eigenen Grübeln und all seinen unguten Begleiterscheinungen auf eine neue Weise auseinanderzusetzen.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch Depressionen: - erkennen - verstehen - überwindenhttp://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=httpwwwzebrab-21&l=as2&o=3&a=3864270464 von Alexander Stern.
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  • Gast - Winni89

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    Rated 5 out of 5 stars

    Schöner Artikel, den ich gerne jedem weiterempfehle, der öfter in eine solche Grübelspirale gerät.
    Das war bei mir früher auch oft der Fall. So oft, dass ich irgendwann drohte in eine Depression zu geraten.
    Also besser frühzeitig mit dem Grübeln aufhören. Es bringt sowieso nichts außer Verdruss.

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