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Erweiterter Suizid?

Im Zusammenhang mit Absturz der Germanwings-Maschine taucht der Begriff "Erweiterter Suizid" in vielen Meldungen auf. Aber was ist das überhaupt, und trifft die Bezeichnung auf das Verhalten des Piloten des Airbus überhaupt zu?

Ein wichtiger Hinweis vorweg:mann haelt flugzeug in hand

Erweiterte Suizide kommen nur sehr selten vor. Und kaum ein depressiver Mensch käme je auf den Gedanken, anderen Menschen zu schaden, wenn er möglicherweise darüber nachdenkt, seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen. In Fällen wie dem des Copiloten des Flugzeugs spielen sicher auch noch andere Probleme und Störungen eine Rolle. In der aktuellen Berichterstattung in den Medien schwingt leider immer die Gefahr mit, dass Menschen mit Depressionen nun stigmatisiert werden könnten. Das wäre aber eine absolut falsche Konsequenz aus dem Unglück. Die Ursachen für solche Extremtaten liegen genau wie zum Beispiel die für Amokläufe in der ganz individuellen Persönlichkeit der Täter und nicht etwa in der depressiven Erkrankung selbst begründet. Niemand muss also Angst haben, von einem Menschen mit in den Tod gerissen zu werden, der "nur" unter Depressionen leidet. Gefühle von Wertlosigkeit und Verzweiflung richten sich bei depressiven Menschen fast immer gegen sich selbst und so gut wie nie gegen andere. Hass oder Wut auf andere Menschen sind KEIN Zeichen einer Depression, sondern deuten auf ganz andere Störungen oder Erkrankungen hin!

Erweiterter Suizid: Definition

Man spricht von einem erweiterten Suizid immer dann, wenn ein Mensch mit der Absicht, sich selbst zu töten, auch noch andere Menschen tötet, die nicht sterben wollen. Begehen also zwei oder mehrere Menschen einvernehmlich einen gemeinsamen Suizid, spricht man nicht von einem erweiterten Suizid.

In fast allen Fällen handelt es sich bei den weiteren Opfern um Lebenspartner oder Familienmitglieder. Darunter oft Kinder. Insbesondere in letzterem Fall liegt wohl oft der Wunsch zugrunde, diese (die Kinder) nicht allein zurückzulassen. Noch viel seltener als ein erweiterter Suizid mit Familienmitgliedern sind Suizide, bei denen wahllos fremde Menschen mit in den Tod gerissen werden. So kann man in manchen Fällen von Amokläufen davon ausgehen, dass das Ziel des Täters (auch oder vor allem) darin lag, selbst zu Tode zu kommen.

Die moralische Bewertung einer solchen Tat ist schwierig. Die amerikanischen Raum verwendeten Bezeichungen wie "homocide-suicide" und "murder-suicide" legen die Betrachtung nahe, dass es sich dabei um Mord handelt, auch wenn der "Mörder" selbst den Tod sucht. Ob es sich in dem vorliegenden Fall des Germanwingspiloten überhaupt um einen Fall von erweitertem Suizid handelt, kann man zur Zeit nicht mit Sicherheit sagen. Möglicherweise wird das Motiv des Piloten auch für immer im Dunklen bleiben.

Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie selbst, ein Familienmitglied oder ein(e) Freund(in) in eine Sitation geraten, in der der Gedanke an Suizid aufkommt: Hilfe in Notfällen ...

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